Weihnachten 2015

Ehrlich gesagt, manchmal will ich alles vergessen und von mir wegschieben.

Der rumänische Staat legt uns nur Steine in den Weg anstatt uns zu helfen. Es gäbe Gesetze zu unserer Unterstützung, aber den Behörde fällt immer wieder etwas Neues ein. Die gesetzlichen Regelungen seien nicht mehr gültig, oder es wird irgendeine Ausflucht gesucht, warum sie uns nicht unterstützen können.

Steuererleichterungen bekommen wir trotz unserer Gemeinnützigkeit keine. Obwohl wir eine NGO sind, müssen wir viel Geld für die Zulassung von Fahrzeugen ausgeben. Obwohl ich Ehrenbürgerin der Stadt bin, müssen wir hohe Kfz-Steuern zahlen. Auch als soziales Projekt fallen Steuern für die Löhne an, usw, usw. Wir kämpfen an allen Fronten, und ich habe Angst, dass im nächsten Jahr, wenn der Staat die Kosten für die Schule übernehmen soll, die Behörden trotz rechtlicher Grundlage etwas finden, um sich herauszuwinden. Es gibt ein Gesetz, nach dem der rumänische Staat die Kosten für die Schule übernehmen muss, wenn sie zwei Jahre ohne Probleme erfolgreich funktioniert.

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Dass wir diese staatliche Hilfe in der Zukunft erhalten, hoffe ich von ganzem Herzen. Die Schule ist eine gute Einrichtung und sie ist inzwischen zu einem sozialen Zentrum für die ganze Region geworden. Die Kinder kommen nicht nur gern zum Unterricht, sondern auch zu anderen Veranstaltungen und Aktionen, z.B. unserem Baumpflanz-Projekt. Die Liebe zur Natur nicht nur Kindern, sondern auch Eltern zu vermitteln, ist einer unserer Schwerpunkte.

Viele Erwachsene suchen bei uns Hoffnung, und eine Perspektive für ihre Leben . Immer wieder kommen Familien in Schwierigkeiten für ein Jahr zu uns, und erhalten Hilfe und lernen, wie sie trotz wenig Geld zurechtkommen und ihr Leben gestalten können. Auch viele Familien aus Deutschland haben uns schon besucht und sie waren beeindruckt.

Ja, in Frieden und Liebe kann man viel mehr erreichen, als man denkt.

Mariana Blank

 

Schulcontainer lösen unser Platzproblem

15. September 2014 

Kinder und Eltern haben sich zum Beginn des neuen Schuljahres versammelt.
Sie haben bisher die vier Klassen in den Räumen der Kirche besucht und waren begeistert vom Programm der Schule. Die Lehrer konten ihnen soviel mitgeben, dass für Kinder und Eltern der Wechsel an eine andere Schule nicht in Frage kommt. Alle sind gespannt. In den Räumen der Kirche ist  Platz für vier Klassen, aber wie geht es weiter? Was passiert mit den größeren Kindern? Wo sollen sie unterichtet werden? Ein neues Schulgebäude wurde in den Ferien nicht gebaut. Die Eltern fragen sich, was jetzt mit ihren Kindern geschehen soll, auf einer anderen Schule haben sie sie nicht angemeldet.

Vali, die Leiterin der Schule, eröffnet das neue Schuljahr. Sie ist aufgeregt. Vor der Schulhof hält ein Auto. Ein Mann kommt und fragt, ob das die Soli-Deo-Gloria-Schule sei? Da fährt ein großer LKW heran. Im Abstand von 5 Metern folgt ein weiterer. Nach 10 m noch einer.

Staunen macht sich breit. Alle sind nur noch Augen und Ohren. Mitten in die Feier zum Schuljahresbeginn platzt der Transport mit den neuen Schulcontainern. Ein Kran beginnt, die LKWs abzuladen. Einige Männer packen mit an. In nur 30 Minuten ist vor unseren Augen das erste neue Klassenzimmer fertig aufgebaut. Dann noch eines, ein drittes, schließlich fünf!

Für die Kinder ein großartiger und aufregender Moment.
Für die Eltern eine große Freude. Jetzt wissen sie, dass ihre Kinder in der Schule gut aufgehoben sind.